GRACE – Mein Leben Teil I

Autorin: Mirijam Grace Palma
*27. März 1957 in Wilhelmshaven – † 4. Mai 2014 in München
Autobiografie

Mirijam Grace Palma beschreibt in ihrer Autobiografie den ersten Teil ihres Lebens als Volker Palma bis Anfang der 90er Jahre.

Ausschnitte:

„Diese düsteren Traum-Inhalte, die mich, solange ich denken kann, heimsuchten, waren sehr wahrscheinlich jene Gestaltungen der Verdrängung, mit denen wir uns wohl bereits seit Generationen abgeben, denn sowohl meine Oma berichtete mir von diesen Erfahrungen, als auch später dann meine Töchter, einige meiner Enkelkinder mit eingeschlossen. Was mich betrifft, kamen die Dämonen praktisch jede Nacht aus der Familiengruft, um mich mit ihrer Anwesenheit zu beglücken. Und das, wonach sie verlangten, war ich selbst. Doch weniger mein Fleisch und mein Blut, als mein Geist und meine Seele.“

„Ich befinde mich vor einer Runde von Männern und Frauen – ich würde heute sagen, dass es sich um Personen handelte, die übernatürliche Fähigkeiten besitzen – und die mich interessiert anblicken. Ich sage zu ihnen, dass ich gern ein Mädchen wäre. Darauf lachen sie und einer von den Männern zeigt mir einen Gegenstand, der aussieht wie eine Röhre. Ich müsse, wenn dies wahr werden solle, hindurch kriechen, sagt er. Ich versuche es, aber es gelingt mir nicht.“

„Und selbst, wenn Musikschule,  Privatunterricht, Trio-, Quartett- und Orchesterproben – ich war zeitweise in drei Orchestern gleichzeitig – mir kaum noch Freizeit ließen, muss ich doch sagen, dass die Entscheidung, ein Instrument zu erlernen, die beste meines damaligen jungen Lebens war. Und ich danke heute noch meinen Großeltern, dass sie mir das ermöglicht haben, und mir von Opas sauer verdientem Geld auch noch die privaten Geigenstunden bezahlten. “

„Als wir das erste Mal Sex haben wollten, ging alles schief. Ich weiß noch, wie Bärbel weinte, weil sie dachte, es läge an ihr. Aber ich war sicher, dass es an mir gelegen hatte. Wir wussten wohl beide nicht so recht, wie es geht. Abgesehen davon, dass ich eigentlich selber innerlich immer die Frau war, und ich mich also nicht so recht zu verhalten wusste. Doch wir trösteten uns damit, dass es sicher irgendwann klappen würde. Und dann kam dieses Weihnachten 1974, und wir durften das Schwesternzimmer von Karla über die Feiertage benutzen.“